Tattoo-Geschichte
Die
frühesten schriftlichen Belege für die Tätowierung findet man in der
Bibel, denn die religiöse Bedeutung des Tattoos ist der
eigentliche Grund der Erfindung. So kennzeichnete man Menschen, die zu
einer bestimmten Gruppe gehörten oder aber ausgestoßen wurden. In der
Bibel galten Tätowierungen jedoch als verboten. So heißt es im Buch Mose
"Für einen Toten dürft Ihr keine Einschnitte auf eurem Körper anbringen,
und Ihr dürft euch kein Zeichen einritzen lassen!" oder "Die Priester
sollen sich auf Ihrem Kopf eine Glatze scheren, Ihren Bart nicht stutzen
und an Ihrem Körper keine Einschnitte machen." Dennoch wird vermutet,
dass Paulus eine Tätowierung besaß. So heißt es im Galater-Brief
"...denn ich trage die Zeichen Jesu an meinem Leibe."
Papst Hadrian verbannte Tätowierungen als heidnische Bräuche aus dem
Christentum. Tätowierungen sind eigentlich bis heute für Christen
verboten. Sie werden als Körperverstümmelung bezeichnet. Die
Frühchristen jedoch trugen oftmals Kreuze, Fische oder die Zeichen Jesu
auf der Stirn oder am Handgelenk. Uneinig ist man sich jedoch, ob es
Nadelstichtätowierungen oder eingefärbte Narben sind. Diese sollten als
Erkennungsmerkmal der Ausstoßung aus der Gruppe dienen,
jedoch war genau das Gegenteil der Fall, denn die Gebrandmarkten
schlossen sich zusammen und die Tätowierungen galten als
Zusammengehörigkeitszeichen. Viele Gläubige, wie z. B. in Ägypten,
tragen bis heute noch so ein Brandmal, um sich von anderen
Glaubensgemeinschaften abzuheben.
Da das Christentum immer mehr verbreitet wurde, änderte man die
Bedeutung der Kennzeichnung vom Ausstoßsymbol in ein
Dazugehörigkeitsmerkmal. So stachen sich Kreuzritter Erkennungsmale,
um im Falle des Todes ein christliches Begräbnis zu bekommen. Auch
Hebammen in Paris um 1800 gaben Babys und deren Müttern Brandmale, um
Verwechslungen zu vermeiden. Selbst Bauern zeichneten deren Kinder im
Gesicht, bevor diese zum Arbeiten weggeschickt wurden, um sie irgendwann
wieder zu erkennen.
Politisch gesehen waren Tätowierungen ein Symbol der Überzeugung.
Hier ging es nicht um den Schmuck, sondern eher um politisch-religiöse
Bekenntnisse, sowie auch zur Erkennung und Identifikation. In
Deutschland gewannen Tätowierungen zwischen 1870 und 1880 an Bedeutung.
Schnell wurden die Bilder zu Zeichen des Milieus. So trugen
hauptsächlich Kriminelle und Prostituierte Tattoos. Das führte schnell
zu einem schlechten Ruf von Tätowierungen.